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Winni wildert weiter wild beim Ex-Klub KSC
BERLIN - Der Poker um Benjamin Auer vom Karlsruher SC geht in die nächste Runde.Wie berichtet fordert Kaiserslautern, das die Transferrechte am U21-Nationalspieler besitzt, bei einem Wechsel vom KSC eine vertraglich vereinbarte Ablöse von 1,5 Millionen Mark. TeBe geht davon aus, das Auer ablösefrei kommen darf. FCK-Geschäftsführer Gerhard Herzog: "Umsonst geht Benjamin nicht." TeBe-Sprecher Michael Plass-mann ironisch: "Schön zu wissen." Denn auch der umworbene Teenager meint: "Mein Vertrag ist nach dem Abstieg in die Regionalliga nicht mehr gültig. Ich kann den KSC also ohne Ablöse verlassen, daher geht Kaiserslautern leer aus. Aber das ist nicht mein Problem. Ich würde gerne mit Schäfer arbeiten, der beim KSC bewiesen hat, dass er mit jungen Spielern gut umgeht. Bei ihm würde ich mir Fortschritte zutrauen."
Auch KSC-U21-Nationalspieler Jens Bäumer (21/KURIER berichtete) und Michael Zepek, Kapitän der U20. Zumal dem Ex-Jugend-Coach und jetzigen Interims-Trainer des KSC, Marco Pez-zaiouli (32), ein Angebot als Schäfer-Assistent vorliegt. "Wild Winni" scheint seine KSC-Schäfchen in Berlin um sich zu scharen ...
Sportlich sind bei TeBe alle Aufstiegs-Messen gelesen. Freitag gegen Fortuna Köln (19 Uhr/Mommsenstadion) fehlt Ansgar Brinkmann (5.Gelbe). Olaf Kapagiannidis, der sich beim 1:2 in Offenbach einen Jochbeinbruch zuzog, wird heute nach Berlin gebracht, dann operiert. Ronald Toplak Berliner Kurier - http://www.berlinonline.de/aktuelles/berliner_kurier/fussball/.html/artik4.html
News Beitrag 930 - Mittwoch, Mai 10, 2000 um 10:30:43 ()
Stefan Kuntz wird neuer KSC-Trainer
Zu teuer für die Kickers: Krieg wohl zu ToppmöllerKarlsruhe (stn) - Die bereits mündlich erzielte Einigung zwischen Zweitliga-Schlusslicht Karlsruher SC und seinem Torjäger Rainer Krieg (15 Saisontreffer) ist in letzter Sekunde geplatzt. Der Verein teilte Kriegs Berater Wolfgang Fahrian am gestrigen Dienstag mit, dass der in Aussicht gestellte Vertrag nun doch nicht zu Stande kommt. Zum Knackpunkt geriet laut Fahrian eine Bankbürgschaft, die der 32-jährige Profi zur Sicherung seiner Gehaltsansprüche gefordert hat. Wie's aussieht, wird Krieg nun zum voraussichtlichen Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Saarbrücken wechseln. ¸¸Wenn Trainer Klaus Toppmöller ihn haben will, bekommt er ihn'', sagte Fahrian. Die Stuttgarter Kickers hatten sich ebenfalls um den Stürmer bemüht - doch er war finanziell eine Nummer zu groß. ¸¸Das Thema hat sich erledigt'', bestätigt Fahrian, der aber sicher ist: ¸¸Wenn die Blauen drinbleiben, bekommen sie ein gutes Team zusammen.''
Neuer Trainer des Karlsruher SC wird in der nächsten Saison Ex-Nationalspieler Stefan Kuntz. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wird der 37-Jährige ehemalige Torjäger, der insgesamt 429 Bundesliga-Spiele bestritten hat, Nachfolger von Interimscoach Marco Pezzaiuoli.

News Beitrag 929 - Mittwoch, Mai 10, 2000 um 10:27:16 ()
Stefan Kuntz wird Trainer beim Karlsruher SC
Karlsruhe - Ex-Nationalspieler Stefan Kuntz wird in der nächsten Saison Trainer beim designierten Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC. Der 37-Jährige, der 429 Bundesliga-Spiele für den 1. FC Kaiserslautern, Bayer Uerdingen und Arminia Bielefeld (173 Tore) bestritt, wird nach dpa-Informationen Nachfolger von Interimscoach Marco Pezzaiuoli.Der bis dahin als heißester Kandidat geltende KSC-Amateurtrainer Edmund Becker hatte am Dienstag seinen Verzicht auf den Posten erklärt, nachdem die Weiterverpflichtung von Torjäger Rainer Krieg gescheitert war. Kuntz ist derzeit Sportlicher Leiter beim Südwest- Oberligisten Borussia Neunkirchen. Der einstige Stürmer war 1996 Europameister mit der deutschen Nationalmannschaft.

News Beitrag 928 - Mittwoch, Mai 10, 2000 um 10:24:01 ()
Rainer Krieg verlässt den KSC
Karlsruhe - Die bereits mündlich erzielte Einigung zwischen dem Karlsruher SC und seinem Torjäger Reiner Krieg ist in letzter Sekunde geplatzt. Der Verein teilte Kriegs Berater Wolfgang Farian am Dienstag mit, dass der in Aussicht gestellte Vertrag nun doch nicht zu Stande kommt. Zum Knackpunkt geriet angeblich eine Bankbürgschaft, die der 32-jährige Profi zur Sicherung seiner Gehaltsansprüche gefordert hat.Noch am Samstag sah alles danach aus, als solle Krieg für das Zweitliga-Schlusslicht auch in der Regionalliga die Fußballschuhe schnüren. "Wir haben uns mündlich darauf geeinigt, dass ich beim KSC bleibe", hatte der Kapitän nach einer Unterredung mit Präsident Detlef Dietrich mitgeteilt. Dabei war zwischen beiden Seiten vereinbart worden, dass der Stürmer einen neuen Dreijahresvertrag mit zweijähriger Option auf eine Trainertätigkeit im Anschluss an seine aktive Karriere im Wildpark erhält.
Krieg noch ohne konkrete Pläne
Der mit 15 Saisontreffern erfolgreichste Karlsruher Schütze war vom MSV Duisburg, der SpVgg Greuther Fürth und dem 1.FC Saarbrücken umworben worden. "Nachdem ich schon einige Clubs wie der SpVgg Greuther Fürth abgesagt habe muss ich jetzt sehen, wo die Reise hingeht", meinte ein sichtlich enttäuschter Krieg, der von der unerwarteten Entwicklung überrascht wurde.
In einer Pressemitteilung erklärte der KSC seinerseits: "Nach einem einvernehmlichen Abschluss der Gespräche mit Herrn Krieg, dem Sportmanager und dem Präsidium stellte Herr Krieg weitere Forderungen, so dass für den KSC diese Gespräche gescheitert sind."

News Beitrag 927 - Dienstag, Mai 09, 2000 um 18:54:32 ()
Rainer Krieg verläßt den KSC definitiv!
Jetzt ist es amtlich. Wie uns KSC Pressesprecher Rüdiger Saal soeben mitteilte, verläßt Rainer Krieg den KSC. Damit haben sich die Hoffnungen zerschlagen, wenigstens einen der drei Leistungsträger (Da Silva, Jentzsch und Krieg) beim KSC zu halten.Pressemitteilung des KSC
Zwischen dem Karlsruher SC und Rainer Krieg haben außerhalb der arbeitsvertraglichen Regelungen, Gespräche stattgefunden. Nach einvernehmlichem Abschluß der Gespräche mit Rainer Krieg, dem Sportmanager und dem Präsidium stellte Rainer Krieg weitere Forderungen, so daß für den Karlsruher SC diese Gespräche gescheitert sind.

News Beitrag 926 - Dienstag, Mai 09, 2000 um 17:58:00 ()
Offenbach fühlt sich ein Jahr nach der Hooligan-Randale gewappnet Von Christian Ebner, dpa
Offenbach (dpa/lhe) - Es waren die heftigsten Ausschreitungen am Rande eines Fußballspiels in Deutschland, als sich Hooligans aus ganz Deutschland am 13. Mai vergangenen Jahres in Offenbach austobten. Nach der Mega-Randale beim Drittliga-Spiel der heimischen Kickers gegen Waldhof Mannheim mit über 100 Verletzten haben Polizei und Verein einiges getan, um ähnliche Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern. Zum Jahrestag sehen sie sich für die nächsten randaleträchtigen Ereignisse - ein erneutes Spiel der Kickers in Mannheim am 18. Mai und dann als Großereignis die Fußball- Europameisterschaft in Benelux - gut gewappnet.Von den hunderten Hooligans, die an dem heißen Vatertag in einer regelrechten Straßenschlacht rund um das Stadion Bieberer Berg wahllos Polizisten und gegnerische Schläger angriffen, haben Polizei und Staatsanwaltschaft gut 50 dingfest machen können. Nach Angaben des Oberstaatsanwalts Alexander Stahlecker sind in Offenbach bislang 39 Beteiligte zu Strafen zwischen zwei Wochen Jugendarrest und zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. In Mannheim wanderte der stadtbekannte Skinhead mit dem Spitznamen "Straßenköter" ins Gefängnis, nachdem er auf Polizei-Videos erkannt worden war.
Elf Mannheimer "Hools" wurden identifiziert und erhielten wie ihre Offenbacher Kollegen Stadionverbot - allerdings nur in Offenbach. Dies liegt nach Angaben der Mannheimer Polizei an dem Umstand, dass es sich um ein Drittligaspiel handelte, bei dem nur der Heimverein Stadionverbote aussprechen könne. Stadionverbote in den ersten beiden Ligen gelten hingegen bundesweit.
Für das kommende Zweitligaspiel der beiden Aufsteiger rüsten sich die Mannheimer Polizisten schon jetzt: "Da sind noch einige Rechnungen offen", schätzt Polizeisprecher Martin Boll das Verhältnis der Hooligans untereinander ein. Bei den Begegnungen der beiden Vereine seien zudem nicht nur die so genannten C-Fans extrem gewaltbereit: "Das kann unheimlich schnell eskalieren." Erschwerend kommt hinzu, dass Offenbach stark vom Abstieg bedroht ist.
Das klapprige Stadion auf dem Bieberer Berg ist seit der Randale kräftig umgebaut worden, wenn auch der Vize-Polizeichef und Leiter Einsatz, Robert Philippi, noch nicht zufrieden ist. "Uns fehlt immer noch eine Einsatzzentrale im Stadion." Zufriedenstellend sei der Zustand der Gästetribüne aus Stahlrohr, die die Mannheimer Randalierer in ihre Einzelteile zerlegt hatten. Auch die Zäune sind verstärkt worden.
Nach einer neuerlichen Randale Kölner Schläger einen Monat nach dem Waldhof-Spiel hat die Polizei die Gangart noch einmal verschärft, stellt sich jetzt bei jedem Spiel in den Gästeblock und versucht die angereisten Gewalttäter zu isolieren. "Wenn was passiert, dann immer in deren Nähe", sagt Philippi. Die Gäste-Hools werden in einen Extra- Block geführt, der in Offenbach nur "Alcatraz" genannt wird. Dem Kickers-Fanbeauftragten Thomas Dunemann sind die seiner Meinung nach zu genauen Einlasskontrollen ein Dorn im Auge: "Da werden selbst Rentner und Kinder scharf gefilzt." Insgesamt sei die Athmosphäre im Stadion durch die starke Polizeipräsenz sehr aggressiv.
Die Polizei will aber um jeden Preis verhindern, dass der Bieberer Berg zur Kultstätte der Fußball-Vandalen wird. Beruhigende Erkenntnisse aus der Offenbacher Anhängerschar können die beiden hauptamtlichen Fußball-Szenepolizisten der Leitung aber nicht vermelden. Insbesondere Jugendliche ab etwa 14 Jahren eifern den Schlägern nach. "Der Nachwuchs geht denen leider nicht aus", seufzt Polizist Philippi. "Das sind fast noch Kinder, die sich mit Putz profilieren wollen", meint ein etwas gesetzterer Fan.

News Beitrag 925 - Dienstag, Mai 09, 2000 um 14:02:59 ()
Oje, der KSC!
Der selbstverschuldete Abstieg des Fußballklubs in die Regionalliga schadet auch der Stadt Karlsruhe In der Sportredaktion der Badischen Neuesten Nachrichten stehen noch Schreibmaschinen. Die gute, alte Zeit. Gemütlich hängen Wimpel an der Wand (TSV 1886 Handschuhsheim) und vergilbte Bilder (WM-Elf '74). Die Redakteure nehmen sich mit Namenswitzchen - einer heißt Speck, einer Grünvogel - auf den Arm. Die Kollegen Autenrieth und Grünvogel nehmen sich außerdem ausführlich Zeit, mehr als zwei Stunden, und am Ende sieht man deutlicher, warum der Karlsruher SC, der vor zweieinhalb Jahren noch im Europacup spielte, nun in die Regionalliga absteigen muss. Grünvogel und Autenrieth sagen, der Grundstein für den Niedergang wurde in der Saison 1997/98 gelegt: "Damals hat sich Trainer Schäfer mit den Neuzugängen vergriffen." Eine Saison langt bewegte man sich "fern der Realität". Man sprach vom Uefa-Cup, Kritiker wie Torwart Claus Reitmaier ("wir müssen aufpassen, dass wir nicht absteigen") wurden abgebügelt. Als sie abgestiegen waren, funktionierte das Mundwerk immer noch erstklassig. "Wir sind der reichste Absteiger aller Zeiten", sagte Manager Klaus Fuchs. Sie holten Rafael Martin Vazquez, einen früheren spanischen Nationalspieler, zahlten ihm angeblich drei Millionen Mark im Jahr. "Vazquez", soll Fuchs gesagt haben, "ist in Leistung und Gehalt mindestens genauso gut wie Häßler ". Vazquez ging nach ein paar Spielen wieder - mit einer millionenschweren Abfindung, und am Ende der Saison war der reiche Absteiger Fünfter in der Zweiten Liga hinter Ulm und Unterhaching. Dann wurde die Mannschaft nochmals gewechselt, und wieder kamen ein paar Spieler, so Grünvogel, "denen es vollkommen wurscht ist, was mit dem KSC passiert". Mitten im Abstiegskampf sagte etwa der slowenische Nationalspieler Pavlin: "Ich kann mich nur schwer motivieren." Das ärgert die Fans. Zwar kamen zum jüngsten Heimspiel gegen Cottbus nur noch 4200 Anhänger, aber in der Stadt ist die Zustimmung weiterhin sehr groß. "Die Leute", sagt Grünvogel, "sind zum Teil traurig, zum Teil verärgert. Aber lachen tut niemand über den KSC. Über ein paar Sachen könnte man lachen, zum Beispiel über die hochfliegenden Stadionpläne. Ein reines Fußballstadion sollte her, "und an den Ecken vier Türme, mit Praxen, Hotel, Kino und Wohnungen drin", sagt Grünvogel und macht den Scheibenwischer. 500 000 Mark musste der KSC an einen Architekten zahlen - für die Pläne. 500 000 Mark für nichts? Auch dem Manager Fuchs, der nach Wolfsburg ging und den Deal mit dem Architekten vermittelt haben soll, musste eine Abfindung gezahlt werden. Abfindungen bekamen auch die Trainer Schäfer, Berger, Ulrich, Löw. So wurde das Geld knapp. "Es war ein Balanceakt, die Zahlungsfähigkeit des Vereins aufrecht zu erhalten", sagte Schatzmeister Herbert Heiler bei der Mitgliederversammlung am Dienstag. Heiler sprach von 7,2 Millionen Mark Schulden bei den Banken. Edgar Grünvogel lacht: "Früher hat Präsident Schmider gesagt, unter seiner Regentschaft wird er eine Neuverschuldung nicht dulden. Roland Schmider war 26 Jahre lang Präsident des Karlsruher SC. In den letzten Jahren hat sein Ruf gelitten. Den Vorwurf, er habe private Geschäfte mit denen des KSC vermengt, konnte er nicht ganz aus der Welt räumen. Jetzt trat er zurück, "weil man sich als Präsident eben am sportlichen Erfolg messen lassen muss". Und die Schulden? Bei der Bank, sagt Schmider, habe der KSC vier Millionen Mark Schulden. Sieben? Vier? Jedenfalls braucht der KSC Geld. Deshalb wurde mit der Sportwelt des Rechtevermarkters Kölmel ein Vertrag geschlossen, der dem KSC 15 Millionen Mark beschert; manche Mitglieder kritisieren indes, dass der Vertrag unbefristet ist. Das Sportgelände des KSC ist erstligareif. Schönes Stadion, zahlreiche Nebenplätze, Massageräume. Auf einer Werbetafel im idyllischen Wildpark steht gekritzelt: Guido Buchwald Fußballgott. Als Manager liebt man ihn weniger. Er habe den Kader schlecht zusammen gestellt, heißt es. Auf einem Nebenplatz trainieren die KSC-Profis. Etwa 20 Fans schauen zu. "Von auswärts ", schimpft einer, "haben sie nur Mitläufer geholt, die anderswo auf der Bank saßen. Die Profis machen ein Spiel auf zwei Tore. Die Mannschaft mit Torhüter Simon Jentzsch, der zu 1860 wechseln und Geld in die Kasse bringen soll, verliert - und Jentzsch verliert die Nerven, drischt einen Ball in die Ferne und brüllt: "35 Stürmer haben wir, aber keiner macht ein Tor." Er meint das Trainingsspiel. Aber es passt auch zum KSC in den Punktspielen, nimmt man Rainer Krieg einmal aus. Mannschaftskapitän Krieg, 32, ist einer der besten Torschützen der Zweiten Liga. Kein Wunder, dass er Angebote von anderen Zweitligisten hat. Krieg würde gerne bleiben. Die Tochter kommt heuer in die Schule, der Sohn in den Kindergarten. "Ich möchte nicht mehr umziehen", sagt Krieg, der schon einmal für den KSC gespielt hat, in besseren Zeiten. Dann ging er zu Uerdingen und Fortuna Köln. Schäfer baute auf andere. Im vergangenen Jahr aber hatte Krieg einen schönen Vertrag in Karlsruhe unterzeichnet: Drei Jahre als Spieler und anschließend zwei Jahre als Jugendtrainer. Der Vertrag gilt nicht für die Regionalliga. Krieg hofft dennoch, dass man sich einig wird. "Es wäre reizvoll, eine junge Mannschaft aufzubauen", aber es sei halt eine Sache der Finanzen. "Wenn ich woanders sehr viel mehr verdienen kann, bleibe ich nicht hier." Krieg ist ein ruhiger, pragmatischer Mensch, und er ist neben Jentzsch der letzte Star beim KSC. "Vielleicht", sagt er, "hätte ich eher 'was sagen sollen, was tun sollen. Häßler war auch ein ruhiger Kapitän, und der KSC ist mit ihm abgestiegen." Es habe vieles nicht gepasst: Dass KSC-Routiniers wie Wittwer, Reich, Metz abgeschoben wurden, dass damit die Hierarchie in der Mannschaft in die Brüche ging. Dass die Fans sich nicht mit der Mannschaft identifizieren konnten, weil ständig Neue kamen. Dass Trainer Löw, den er "sehr schätzt" und der ein "hervorragender Trainer" sei . . . Aber Krieg will das alles nicht an die Öffentlichkeit zerren. Einmal ging er an die Öffentlichkeit. Sehr spät, vor wenigen Wochen erst. "Wir steigen ab", sagte er "und keiner hat ein Konzept, wie es weitergehen soll." Das hat ihm Ärger eingebracht, aber auch Gehör verschafft. Das neue Präsidium um den neuen Präsidenten Detlef Dietrich, der am Dienstag gewählt wurde, wird wohl zügig die Planungen und Gespräche aufnehmen. Harald Denecken ist Bürgermeister und Sportdezernent der Stadt Karlsruhe. Im Zimmer seiner Sekretärin hängt eine große braune Pinnwand. Darauf hängen drei abgeschnittene Krawatten (Karnevalssitte), ein Speiseplan von Onkel Loe 's Schnell-Restaurant (für zwischendurch), die Störungsmeldungen-Mitteilungen-Aufträge an den Hausmeister im Rathauskomplex - und ein Wimpel des KSC. Zwei Zimmer weiter stehen Umzugskisten mit der Aufschrift: Lasst die Profis transportieren. Die KSC-Profis ziehen ein Stockwerk tiefer. Denecken, SPD, war früher Sportlehrer an der Hauptschule. Ganz früher war er mal in Peru und hat als Konditionstrainer die peruanischen Fußball-Nationalspieler auf die WM 1978 in Argentinien vorbereitet. Keine normale Karriere für das konservative Karlsruhe. Der Oberbürgermeister, damit alles seine Richtigkeit hat, ist natürlich von der CDU. Bevor man über den KSC reden kann und die Bedeutung seines Abstiegs für den Wirtschaftsstandort Karlsruhe, kommt nochmal die Sekretärin herein. Eine Reporter vom Sender Soundso sei da, sagt sie, und wolle mit ihm über "Gewalt an Schulen" sprechen. Da relativieren sich die Probleme des Fußballvereins. Obwohl: Irgendwie hat das auch was miteinander zu tun: Gewalt und Fußball. Denecken hat vor zwölf Jahren ein Karlsruher Fanprojekt gegründet, "weil Hooliganismus ein Problem geworden war" in Karlsruhe. Drei hauptamtliche Sozialarbeiter wurden damals eingestellt. Jetzt, mit dem Abstieg des KSC in die Regionalliga, werden eineinhalb Stellen gestrichen. So ist die Vorschrift, und so sinkt die Bedeutung des KSC. "Kürzlich", erzählt Denecken, "war ich in Bremen und Kiel. Als die Leute hörten, dass ich aus Karlsruhe kommen, sagten alle: Oje, der KSC! Karlsruhe wird - das ist peinlich für Kunst und Kultur und das Verfassungsgericht - immer mit dem KSC in Verbindung gebracht. Von der Stimmung und vom Image her ist es schon schlecht, dass der KSC absteigen wird." Auch vom Geld her. Die Stadt, der das Wildparkstadion gehört, spürt es. Der KSC zahlt nämlich eine jährliche Grundpacht von 250 000 Mark, und an einem höheren Zuschauerschnitt ist die Stadt dann prozentual beteiligt. "In Uefa-Cup-Zeiten haben wir eine Million im Jahr bekommen", sagt Denecken, "1998, im Jahr des Bundesliga-Abstiegs, waren es etwa 500 000, 1999 ging es schon Richtung Grundpacht." 2000 ist der Zuschauerschnitt auf 12 000 gesunken. Auch die Gaststätten, der öffentliche Personennahverkehr und der Fanartikelverkauf leiden unter dem Niedergang des Klubs. Der Wirtschaftsstandort Karlsruhe sei aber nicht gefährdet. Man befinde sich im Aufschwung, sagt Denecken, "und wenn ein neuer Betrieb in Karlsruhe ein gutes Grundstück kriegt, dann fragt er nicht danach, ob der KSC in der Ersten oder Dritten Liga spielt. Aber traurig sei das alles schon. Wenn man bedenke, was ehemalige Karlsruher andernorts schaffen! Kahn, Scholl in München. "Der Scholli hat mit einem meiner Söhne Abitur gemacht." Hach, seufzt Denecken, "manchmal denke ich mir, die sollten alle nur mal drei Spiele wieder für den KSC spielen, dann müssten wir nicht abstiegen." Das wird nicht passieren. Aber eines, da ist er sicher, wird trotzdem passieren. "Ich weiß, dass sie irgendwann wieder in der Zweiten oder Ersten Liga sind." Sozialdemokraten haben schon ganz andere Durststrecken hinter sich." Süddeutsche Zeitung. 4 Mai 2000
News Beitrag 924 - Dienstag, Mai 09, 2000 um 09:49:41 ()
Michael Molata verläßt den KSC
Michael Molata verläßt den KSC ablösefrei in Richtung Hannover. Molata erhält beim Liga-Konkurrenten Hannover 96 einen Zweijahresvertrag.
Gerüchteküche!
Weiterhin ungewiß ist die Weiterverpflichtung von Rainer Krieg. Während dpa meldet, daß Rainer Krieg heute einen Dreijahresvertrag beim KSC unterschreibt, meldet das Badische Tagblatt, daß Rainer Krieg die Einigung mit dem KSC dementiert hätte.
Die Zukunft von KSC Torhüter Simon Jentzsch soll sich ebenfalls in den nächsten Tagen klären. Neben 1860 München soll auch der VFB Stuttgart an Jentzsch interessiert sein. Anzeichen für einen Wechsel von Jentzsch nach Stuttgart könnte der Wechsel von VFB Torhüter Achim Hollerieth zum SV Waldhof Mannheim sein. Aber auch das Gerücht um ein Interesse des HSV an Jentzsch will nicht verstummen.

News Beitrag 923 - Montag, Mai 08, 2000 um 17:45:38 ()
Der Kommentar vom KahESZehfan ist online!

News Beitrag 922 - Montag, Mai 08, 2000 um 11:13:10 ()
Dritte Halbzeit nach dem St. Pauli-Spiel
Karlsruhe – Nach dem Spiel des Karlsruher SC gegen den FC St. Pauli ist es am Freitag Abend vor dem Wildparkstadion und in der Innenstadt zu Ausschreitungen erlebnisorientierter Zuschauer aus dem rechten Spektrum gekommen. Rund 80 von ihnen, unter ihnen auch Jugendliche aus der Mannheimer rechten Szene, wurden nach dem Spiel vor dem Block A4 von der Polizei eingekesselt. Auf der Gegenseite hatte nämlich die Fans des FC St. Pauli regen Zulauf aus der Karlsruher autonomen Szene zu verzeichnen gehabt.Dennoch kam es am Stadion Ausgang zu kleinen Scharmützeln. Einige Karlsruher Zuschauer bewarfen gar den Mannschaftsbus des FC St. Pauli mit Bierbechern und Steinen.
In der Innenstadt wurden dann später laut Polizeibericht 17 Rechtsradikale wegen Zeigens verfassungswidriger Symbole in Gewahrsam genommen, weil sie fremdenfeindliche Parolen grölend durch die Karlsruher Innenstadt marschierten, nachdem sie in einer Kneipe angeblich die Zeche geprellt hatten. Gegen mehrere Personen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, so die Polizei. Nach Feststellung der Personalien durften die Randalierer den Heimweg antreten. (nbb)

News Beitrag 921 - Montag, Mai 08, 2000 um 10:47:21 ()
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