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KA-FANS News - Einträge 1661 - 1670


Kicker News Beitrag 1660 - Freitag, November 03, 2000 um 08:27:52 (MET)

Das Karlsruher Kuntz-Stück

b>Der neue Trainer formte aus 16 Neuzugängen ein erfolgreiches Team

Ausgangslage: Nach dem Zweitligaabstieg fiel die Mannschaft total auseinander. Von den Stammspielern blieb überhaupt keiner - der personelle Schnitt hätte größer kaum sein können.

Aktuelle Situation: Elf Individualisten sind noch kein Team, so heißt es. Trainer Stefan Kuntz ist es sogar gelungen aus 16 (!) Neuzugängen und einigen Vorjahres-Reservisten bzw. Amateurspielern eine Mannschaft zu formen. Dabei kommt es dem Ex-Nationalspieler zu Gute, dass der KSC mit dem Partner "Kinowelt" auch während der Saison nachbessern kann. So wie diese Woche, als der ehemalige U-21-Nationalstürmer Daniel Graf (50 000 Mark Ablöse, bei Aufstieg die gleiche Summe zusätzlich) von Kickers Offenbach bis 2001 unter Vertrag genommen wurde. Graf ist bereits spielberechtigt. Erst in der Vorwoche war der bei Waldhof Mannheim ausgemusterte Jens Boehnke (linkes Mittelfeld) in den Wildpark gekommen und hat bereits zwei gute Spiele abgeliefert.

Von der ersten Partie an hat die neue KSC-Mannschaft funktioniert und gepunktet. Am vergangenen Wochenende übernahm das Kuntz-Team mit dem 4:1-Heimsieg gegen den bisherigen Spitzenreiter FC Schweinfurt die Tabellenführung. Dienstag gelang Kapitän Marco Grimm und Co. mit dem 1:0 gegen den Hamburger SV die Pokalsensation. "Eine Super-Entwicklung", schwärmte Kinowelt- Vorstands-Chef Michael Kölmel.

Ausblick: Bereits am Samstag wartet mit dem VfR Aalen auswärts der nächste "dicke Brocken". Da sich die anderen Teams des Spitzentrios, Schweinfurt und Elversberg, zeitgleich die Punkte gegenseitig abnehmen, hat der KSC die Chance seinen Vorsprung weiter auszubauen. "Für mich ist es ohnehin sicher, dass Karlsruhe aufsteigt", betont der ehemalige Trainer Fritz Fuchs, der jetzt bei der "Kinowelt" für den KSC und Mannheim zuständig ist.

M. Ebert

Kicker News Beitrag 1659 - Freitag, November 03, 2000 um 08:25:23 (MET)

Der Tabellendritte empfängt den Tabellenzweiten

Beim Spitzenspiel am Samstag kommt es zum Schlagabtausch der vermeintlichen Underdogs SV Elversberg gegen Schweinfurt 05. Der FC 05 beschäftigt sich mittlerweile mit der zweiten Liga, dagegen sammeln die Saarländer offiziell gegen den Abstieg Punkte.

Auf Tabellenführer KSC wartet ein "dicker Brocken" in Aalen. Dem Karlsruher Trainer gelang das "Kuntz-Stück" aus 16 Neuzugängen ein erfolgreiches Team zu schmieden.

Am Sonntag empfangen die Stuttgarter Amateure die Gäste aus Burghausen und könnten mit einem Sieg nicht nur ihren Platz im oberen Tabellendrittel ausbauen, sondern auch den faden Nachgeschmack der Pokal-Farce gegen die "Profis" loswerden.



Samstag, 14 Uhr:

RW Erfurt - SC Pfullendorf
Spfr. Siegen - FC Carl Zeiss Jena

Samstag, 14.30 Uhr:

SV Wehen - 1860 Amat.
FC Schweinfurt - Elversberg

Samstag, 15 Uhr:

VfR Aalen - Karlsruher SC
Kick. Offenbach - Darmstadt 98
VfR Mannheim - Jahn Regensburg

Sonntag, 14.30 Uhr:

VfB Stuttgart Amat. - W. Burghausen

Sonntag, 15 Uhr:

FC Bayern Amat. - Eintracht Trier

- Badische Zeitung News Beitrag 1658 - Freitag, November 03, 2000 um 08:18:24 (MET)

Sieg in Turin, Niederlagen in Unterhaching und beim KSC

HSV wie der SC auf Formsuche

FREIBURG (rk). Samstag, Dienstag, Samstag - so lautete in der vergangenen Woche die stressige Terminplanung des SC Freiburg. Wird's am Ende eine gute Woche? Nach einer Bundesliganiederlage in Frankfurt und einem Pokalsieg gegen Bremen muss es das Spiel in Hamburg weisen. So recht weiß keiner, vielleicht nicht einmal der eigene Trainer ganz genau, wie seine Mannschaft drauf ist. Immer wieder Umstellungen durch neue Verletzungen, Volker Finke ist ständig am Improvisieren, das kann der Konstanz nicht gut tun. Aber man wird sehen, auch, wie es personell aussieht, wenn sich die Mannschaft heute von Lahr aus in die Lüfte schwingen wird, um in die Hansestadt zu fliegen.

Volker Finkes Kontrahent hat ähnliche Sorgen. Frank Pagelsdorfs Mannschaft siegte zuletzt in der Champions League in Turin (!), sie verlor aber auf dem Sportfeld von Unterhaching und im Pokal beim Regionalligisten Karlsruher SC. Diese Ergebnisse muss man relativieren sagt Finke: "In Turin haben die Hamburger gegen neun Mann gewonnen, in Unterhaching in den drei letzten Minuten den Sieg aus der Hand gegeben und beim KSC ohne neun verloren." Ohne Neun? Wie der SC Freiburg haben auch die Hamburger große Personalprobleme.

Finke passten die beiden letzten HSV-Pleiten nicht ins Konzept: "Grundsätzlich spiele ich lieber gegen Mannschaften, die vorher gewonnen haben", sagt er. Und fügt an: "Nach Niederlagen sind die Gegner meist besser konzentriert." Doch der SC-Coach weiß auch: "In solchen Situationen können Mannschaften schnell blockieren." Dann, wenn der Gegner einen guten Start erwischt, vielleicht sogar in Führung geht. Dies ist dem SC in Hamburg schon mehrfach gelungen. Ein gutes Omen?

Rheinzeitung News Beitrag 1657 - Donnerstag, November 02, 2000 um 08:59:40 (MET)

Die Torschützenliste der Regionalliga Süd

Frankfurt/Main (dpa/lnw) - 11 Tore: Fersch (Jahn Regensburg) 7 Tore: Amanatidis (VfB Stuttgart Amat.), Barlecaj (SC Pfullendorf), Petry (VfR Mannheim), Saridogan (Kick. Offenbach), Vaccaro (VfB Stuttgart Amat.) 6 Tore: Aziz (Eintracht Trier), Czakon (SpVgg. Elversberg), Fabus (Karlsruher SC), Rank (VfR Mannheim), T. Weis (Karlsruher SC ) 5 Tore: Agu (FC Schweinfurt), Bodenstein (VfR Mannheim), Butrej (VfR Aalen), Cetin (Karlsruher SC), di Salvo (FC Bayern Amat.), J. Falter (Wacker Burghausen), Hoop (Darmstadt 98), Jonjic (Spfr. Siegen), Wagner (Darmstadt 98), Zibert (Spvgg. Elversberg) dpa

- DFB News Beitrag 1656 - Donnerstag, November 02, 2000 um 08:59:02 (MET)

Auslosung Achtelfinale DFB-Pokal am Sonntag

Nach der zweiten Hauptrunde im DFB-Pokal (Dienstag und Mittwoch) folgt noch in dieser Woche die Auslosung des Achtelfinales. Diese findet am Sonntag ab 18.08 Uhr in der ARD-Sportschau statt.

Die Achtelfinal-Spiele im DFB-Pokal werden am 28. und 29. November 2000 ausgetragen.

- HSV - News News Beitrag 1655 - Donnerstag, November 02, 2000 um 08:53:01 (MET)

Pokal-Aus für HSV

Hamburg/Karlsruhe - Aus der Traum vom Pokal. Der HSV fliegt nach einer 0:1 Schlappe beim Spitzenreiter der Regionalliga-Süd aus dem Wettbewerb. Dabei waren es die Schwächen im Tor-Abschluss des HSV, die die Badener ins Spiel brachten. Roy Präger (7.) und Marcel Ketelaer (11./28.) scheiterten völlig freistehend am glänzend aufgelegten KSC-Keeper Thomas Walter.

25 000 Zuschauer sahen in der Folge eine immer besser ins Spiel kommende Karlsruher Mannschaft, die sich zum Seitenwechsel ein Unentschieden erkämpfte.

Danach wurde der beherzte Auftritt der Mannen von KSC-Trainer Stefan Kuntz belohnt. In der 70. Minute köpfte Vitus Nagorny aus zehn Metern
ungehindert zur Führung der Gastgeber ein.

Der ersatzgeschwächte HSV vermochte das Spiel nicht mehr umzubiegen und scheidet somit aus dem DFB-Pokal aus.

Hamburger SV: Butt - Kientz, Hoogma, Kruse (71. Bester) - Ketelaer, Hollerbach, Doll (62. Hashemian), Maul, Spörl - Yeboah (62. Heinz),
Präger

Gelbe Karten: Spörl, Kientz, Maul
- HSV- News News Beitrag 1654 - Donnerstag, November 02, 2000 um 08:49:15 (MET)

Der HSV reist ins Badener Land zum KSC

Dieser Artikel stand vor dem Spielauf der Internetseite des HSV ich bitte die fettgedruckten Stellen zu beachten ! Anm. Redaktion Ka-Fans

Hamburg/Karlsruhe - Acht Siege, fünf Unentschieden und nur eine Niederlage. Platz eins nach 14 Spieltagen, 22:6 Tore. Derart sieht die Statistik des badischen Traditionsclubs Karsruher SC aus.
1998 aus der höchsten deutschen Liga abgestiegen, in der darauffolgenden Saison denkbar knapp (2 Punkte) am Wiederaufstieg vorbei geschrammt und zum Ende der vergangenen Saison als Tabellen-Letzter in die Regional-Liga durchgereicht worden. Eine dunkle Zeit im Badener-Land und eine traurige Ruhe im weiten Rund des Wildpark-Stadions, das nur noch wenige Zuschauer sieht, wenn der KSC gegen Mannschaften wie Wacker Burghausen oder den SC Pfullendorf antritt; nichts gegen die Amateurclubs aber Mannschaften wie die Profis des FC Bayern München, Hertha BSC oder Schalke 04 locken doch eher die Fans ins Stadion.

Füllt der HSV das Wildpark-Stadion?
Einer der Namen im Fußball, der für ein ausverkauftes Rund sorgen sollte ist natürlich der HSV. Am Dienstagabend um 19:30 Uhr werden die Pagel-Mannen im Badischen auflaufen und gegen den KSC um den Einzug in Runde drei des DFB-Pokals spielen.
Die Rollen in diesem Aufeinandertreffen sind klar verteilt: Der HSV spielt im höchsten europäischen Wettbewerb um das Weiterkommen in die nächste Runde und der KSC kämpft in der dritten Spielklasse um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Und obwohl man einen Gegner, besonders auf heimischem Grund, nie unterschätzen sollte, und obwohl der Pokal hin und wieder eigene Gesetze zu haben scheint, sollte es am Schluss nur einen Sieger geben: den HSV.

Das Trauma der letzten Minuten und Verletzte
In der Bundesliga haben die Jungs von Frank Pagelsdorf gegen die SpVgg Unterhaching leider mal wieder gezeigt, dass sie Gefahr laufen, ein Trauma der letzten Spielminuten aufzubauen, in der Champions League dagegen haben sie mit Herz und Einsatzwillen gespielt. Beide Einsätze haben jedoch Kraft gekostet und möglicherweise wird der Trainer dem Tribut zollen und einige seiner Kräfte schonen: "Wir wollen weiterkommen aber wir werden das mit einer Mannschaft versuchen, die körperlich etwas frischer ist."
Unter Umständen bleiben Stig Töfting und Ingo Hertzsch (zunächst) draußen. Ebenfalls lang ist die Liste derer, die verletzungsbedingt aussetzen müssen. Jan Sandmann, Andreas Fischer, Niko Kovac, Martin Groth, Carsten Wehlmann, Milan Fukal und Rodolfo Esteban Cardoso sind nicht in Karlsruhe dabei. Nach seiner Operation am Kopf muss Pagel auch auf Andrej Panadic verzichten. Mehdi Mahdavikia (Steißbeinprellung) und Sergej Barbarez (Muskelverhärtung) sind ebenfalls nicht mit von der Partie

Was bisher geschah
Der KSC hat die zweite Runde des DFB-Pokals gegen den Chemnitzer FC durch ein 2:1 erreicht, der HSV konnte in Runde eins den FC Erzgebirge Aue mit 3:0 bezwingen.

So könnte der HSV spielen: Butt - Kruse, Hoogma, Kientz - Maul, Hollerbach, Spörl, Doll - Ketelaer, Yeboah, Präger
- Berliner Morgenpost News Beitrag 1653 - Donnerstag, November 02, 2000 um 08:38:48 (MET)

Kuntz-Stück in Baden

DFB-Pokal: Der HSV bejammert Blamage beim Drittligisten Karlsruher SC

Von Ulrike Lange

sid Karlsruhe - Als der «goldene Oktober» für den Fußball-Regionalligisten Karlsruher SC seinen Höhepunkt erreicht hatte, wehte ein Hauch von altbekannter, aber lange vermisster Bundesliga-Atmosphäre durch den guten alten badischen Wildpark.

"Ein Traum ist wahr geworden. Die Stimmung und die Kulisse waren einfach sagenhaft. Darauf lässt sich aufbauen", erklärte KSC-Präsident Detlef Dietrich nach dem 1:0 (0:0)-Sieg in der zweiten DFB-Pokalrunde gegen den maßlos enttäuschenden Champions-League-Teilnehmer Hamburger SV.

Während sich die kleinen Pokalhelden des badischen Drittligisten von 25 000 begeisterten Fans feiern ließen, mahnte Trainer Stefan Kuntz rund 30 Monate nach dem bitteren Erstliga-Abstieg des Karlsruher SC in den Katakomben zur Bescheidenheit. "Wir dürfen jetzt keine Luftschlösser bauen, sondern müssen unsere Leistung im normalen Regionalliga-Alltag bestätigen."

"Am Sonnabend geht es zum VfR Aalen, das ist ab Mittwoch wieder das Thema", betonte der Ex-Europameister, der einen Tag nach seinem 38. Geburtstag das schönste Geschenk von seiner Elf erhielt. Der frühere Wolfsburger Vitus Nagorny (70.) besiegelte durch sein Tor den verdienten Achtelfinal-Einzug der Badener und ließ Nostalgie aufkommen.

Von Beginn an ohne Respekt, aber mit viel Spielfreude führte der KSC das lustlose B-Team der Hamburger Gäste regelrecht vor. "Da hat man gesehen, was wir leisten können. Besonders für das Umfeld freut es mich, dass die Stimmung vergangener Bundesliga-Tage aufgekommen ist", sagte Kuntz.

Der einstige Stürmerstar hatte erst im Mai seine Arbeit beim tief gefallenen Pokalfinalisten von 1997 aufgenommen und hat bereits ansehnliche Aufbauarbeit geleistet. Aus 15 Zugängen formte Kuntz eine spielstarke Mannschaft, die dank einer Siegsserie im Oktober (zehn Punkte aus vier Spielen) die Regionalliga anführt und längerfristig die Rückkehr in den bezahlten Fußball schaffen soll. Dietrich: "Mit der Verpflichtung von Kuntz hatten wir das richtige Händchen. Das hat sich auch heute gezeigt."

Emotionslosere Töne schlug dagegen HSV-Trainer Frank Pagelsdorf an. Die magere Leistung seiner Profis um den
blassen Spielmacher Thomas Doll veranlasste den 42-Jährigen keineswegs zu vernichtender Kritik. "Wir waren im Laufe des Spiels nicht in der Lage, unsere Ausfälle zu kompensieren. Das ist deutlich geworden", analysierte Pagelsdorf knapp.

Es war schon die zweite Garnitur der Hanseaten, die sich im Wildparkstadion präsentierte, denn zu den bisherigen neun Verletzten hatten sich auch noch Mehdi Mahdavikia und Sergej Barbarez gesellt. Ingo Hertzsch und Stig Töfting sollten ihre Kräfte für Bundesliga und Champions League schonen. Unterschätzt hätten die Verbliebenen den drittklassigen Gegner nicht, meinte Sportchef Holger Hieronymus: "Überrascht haben mich die Karlsruher nicht, die Spieler mit Sicherheit auch nicht." Gleichzeitig forderte er: "Wir müssen aus den Erfolgen im internationalen Wettbewerb hoffentlich bald etwas lernen. Man hat gesehen, dass man im Pokal am Anfang gewinnen muss, sonst wird es schwer."

Die mangelhafte Chancenverwertung - in der ersten halbe Stunde vergaben die Hanseaten ein halbes Dutzend hochkarätiger Möglichkeiten - rächte sich bitter. Mit zunehmender Spieldauer verlor der HSV seine anfangs noch vorhandene spielerische Linie und musste letztlich das 0:1 hinnehmen.

"Ich habe in der Halbzeit nicht gedacht, dass wir das Spiel verlieren könnten. Außer dem Tor war ja bei denen nicht viel", sagte Harald Spörl im Kabinengang immer noch etwas ungläubig.

- Die Welt News Beitrag 1652 - Donnerstag, November 02, 2000 um 08:30:34 (MET)

Wie Europameister Kuntz zum Rudi der Regionalliga wird

Der Karlsruher SC erlebt mit der Pokal-Sensation gegen den Hamburger SV seine Renaissance - Auf den Spuren von Völler und Brehme

Von Andreas Wagner

Karlsruhe - "Wir wollen den Trainer sehen", sangen sie im Wildparkstadion nach dem 1:0 gegen den Hamburger SV, und dieses Resümee der vergangenen 90 Pokal-Minuten war beinahe zwangsläufig zu Stande gekommen; schließlich ist der Gegner kein unbeschriebenes Blatt im deutschen Fußball, vergangene Woche noch hatte der Erstligist in der Champions League bei Juventus Turin gewonnen. Nun also feierten die Fans des Karlsruher SC ihren Coach. Der heißt Stefan Kuntz, ist seit Dienstag ein Held und schon jetzt der Rudi Völler der Regionalliga.

Der KSC, Absteiger aus der zweiten Liga, steht nicht nur im Achtelfinale des DFB-Pokals, sondern auch auf Platz eins der dritten Liga. Und Kuntz damit zwangsläufig ganz oben in der Gunst der Badener. Der Europameister von 1996 hat dem gebeutelten Verein in kürzester Zeit das Selbstbewusstsein zurückgegeben. Zu verdanken ist das Tugenden, die zuletzt schon Männer wie Völler im Nationalteam oder Andreas Brehme beim 1. FC Kaiserslautern erfolgreich an den Mann zu bringen verstanden: Dazu gehören eine offene Art im Umgang mit den Spielern und die Abkehr vom System der Monarchie. Der 38-Jährige ist immer gut gelaunt, er verkörpert als Trainertyp den Kumpel, der auch noch erfolgreich ist. Das kommt bei Fußballern an heutzutage.

Und bei den Fans sowieso. Die zweifeln nicht, dass der Saarländer den Klub wieder in den bezahlten Fußball führt. Noch gibt sich der ehemalige Profi, der im Frühjahr beinahe Sportdirektor in Kaiserslautern geworden wäre, bescheiden: "Wir hatten eine überraschend gute Saison bisher und sind über dem Soll." Präsidium und Vorstand erwarten nicht unbedingt den Wiederaufstieg. Offiziell hat Kuntz ein Jahr Zeit. Die ersten Probleme der Saison hat der gelernte Polizist souverän gelöst. Als Fans und Medien forderten, den anfangs umstrittenen Torhüter Thomas Walter auszusortieren, hielt Kuntz zu seiner Nummer eins. In Einzelgesprächen baute er den Ex-Stuttgarter wieder auf - nun hat der KSC die wenigsten Gegentore in der Liga zu verzeichnen. Auch gegen den HSV war Walter Rückhalt des Teams.

Kuntz kann aber auch knallhart sein. "Mir tanzt keiner auf der Nase herum", sagte er zum Amtsantritt und hielt Wort: Die Stürmer José da Silva und Marc Römer wurden fristlos entlassen, weil sie mehrmals zu spät zum Training gekommen waren. Auch deshalb schätzen ihn die Fans - im Gegensatz zu Sportmanager Guido Buchwald, mit dem viele noch immer den Niedergang des KSC verbinden.

Doch nun stimmt offenbar auch die Personalpolitik. Von der Abstiegsmannschaft wurden nur neun, meist junge Spieler, behalten, der bekannteste ist Marco Grimm (früher FC Bayern). Seit Dienstag kennt man in Baden auch den Torschützen gegen
den HSV, Vitus Nagorny.

Lob für die Arbeit von Kuntz gab es sogar von HSV-Trainer Frank Pagelsdorf: "Der KSC hat deutlich gemacht, dass der Unterschied zwischen Regionalliga-Spitze und Bundesliga nicht so groß ist." Mit Cardoso, Kovac, Panadic, Hertzsch, Töfting und Torjäger Barbarez fehlten bei den Hanseaten allerdings wichtige Stammkräfte.

Dennoch wirkt die Niederlage nach. Sportchef Holger Hieronymus ("Wir hatten im Etat ohnehin nur mit 150 000 Mark geplant") ärgerte sich, weil "auch die Spieler, die sonst auf der Bank sitzen und Ansprüche anmelden, sicherlich keine großartige Bewerbung abgegeben haben". Von neun Spielern, fügte er hinzu, werde man sich ohnehin am Saisonende trennen. Thomas Doll und Harald Spörl gehören dazu wohl ebenso wie der Ghanaer Anthony Yeboah.

Rheinpfalz News Beitrag 1651 - Donnerstag, November 02, 2000 um 08:25:08 (MET)

Valencia-Atmosphäre im Wildpark

FUSSBALL: KSC gewinnt beim Pokal-1:0 gegen HSV 20 000 Fans zurück
 
KARLSRUHE (de). "Valencia-Atmosphäre" im Karlsruher Wildparkstadion. Der Karlsruher SC hat mit dem 1:0-Erfolg in der 2. DFB-Pokalrunde gegen den Hamburger SV 23.000 Fans zurückgewonnen.
 
Trainer Stefan Kuntz, wischte sich die Anspannung aus dem Gesicht, als er in die Kabine ging. Lang blieb er dort nicht alleine, sie holten ihn zurück zur Ehrenrunde. Und die begleiteten 23.000 der 25.000 Zuschauer auch noch 20 Minuten nach Spielschluss mit stehend dargebrachtem Beifall. Das gab's zuletzt 1993 beim 7:0 im UEFA-Cup gegen den FC Valencia.
Mit Recht, denn der Regionalligist hatte dem Bundesligisten nicht 90 Minuten die Chancen weggegrätscht, er hatte ihm 45 Minuten Paroli geboten und war in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft. Eine kämpferische Einheit, die alle Freiheiten zu spielerischen Feinheiten nutzte und durch Nagornys Kopfball-Treffer nach Rus-Freist0ß zu einem gewiss nicht unverdienten Erfolg kam.
"Wir haben vier glasklare Chancen nicht genutzt", bemängelte HSV-Trainer Frank Pagelsdorf, verwies auf "zehn, zwölf Spieler, die verletzt oder in einem Formtief ersetzt werden mussten." Sein Kader las sich dennoch recht ansehnlich. KSC-Torwart Thomas Walter klärte gegen die frei vor ihm aufgetauchten Präger (5.) und Ketelaer (10.), hielt einen Schuss von Ketelaer (27.), danke seinem linken Pfosten bei Prägers Kopfball und Heinz dafür, dass er zwei Mal verzog. Klar war Pagelsdorf reichlich angefressen. "Der KSC hat ein tolles Spiel gemacht", knurrte er auf die Frage nach der Leistung des Gegners. Im Raum schwang unausgesprochen: "Wenn Du das hören willst, dann sag ich's halt."
Wobei Pagelsdorf genau den Kern traf. Der Regionalliga-Spitzenreiter machte ein tolles Spiel. Quer durch, keiner fiel irgendwann ab. "Bei einem solchen Publikum und bei einem solchen Gegner, bricht man nicht ab, wir hätten auch 120 Minuten so durchgespielt", meinte Aydin Cetin hinterher. Jens Boehnke, gerade fünf Tage vorher vom SV Waldhof geholt, schaltete nach kleinen Anlaufproblemen Roy Präger weitgehend aus. "Das ist ein Super-Einstand in eine Mannschaft, die super zusammenpasst. Das heute war das i-Tüpfelchen. Im Pokal und vor so einer Kulisse werden Kräfte frei, da kann man auch gegen einen Präger mal gut spielen, das sind ja auch keine Übermenschen", meinte Boehnke zwischen Schwärmen und Realitätssinn.
Den zu erhalten, hat sich Stefan Kuntz vorgenommen, der wie sein Co-Trainer Frank Lelle ("Eine ausgezeichnete Mannschaftsleistung"), sein Glück einen Tag nach seinem 38. Geburtstag kaum fassen konnte: "Wir müssen jetzt versuchen, solche Leistungen über mehrere Spiele zu bringen und nicht abzuheben. Ich hatte der Mannschaft gesagt, ihr dürft gegen den HSV alles machen, sogar herumalbern, niemand verlangt einen Sieg," erklärte Kuntz, der kürzlich den angesagten Waldlauf vor einer nahegelegenen Kneipe stoppte und das Team mit Lelle zum Frühstück einlud. "Gealbert haben sie nicht, den Gegner auch nicht veräppelt. Nur niedergekämpft und ausgespielt. "Feiern dürfen sie jetzt", versprach Kuntz, "aber wahrscheinlich sind sie viel zu müde."
so spielten sie:

Karlsruher SC:
Walter - Grimm, Waterink, Boehnke - Rothenbach, Rus (82. Heinzen), Seitz, Weis, Birk - Cetin (75. Fengler), Nagorny (86. Fabus)

Hamburger SV:
Butt - Kientz, Hoogma, Kruse (71. Bester) - Ketelaer, Hollerbach, Doll (62. Hashemian), Maul, Spörl - Yeboah (62. Heinz), Präger

Tor:
1:0 Nagorny (70.) -
Gelbe Karten:
Boehnke, Weis - Spörl, Kientz, Maul
- Beste Spieler: Seitz, Boehnke, Weis - Präger, Ketelaer -
Zuschauer: 25.000 -
Schiedsrichter: Sippel (München)


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